Ahrntal Teil 1

Teil 1 meiner dreitägigen Reise nach Südtirol

Dank des günstig fallenden Feiertags hatte ich drei Tage am Stück frei. Relativ spontan ist also die Entscheidung gefallen, ein paar Tage in Südtirol zum Wandern und Fotografieren zu verbringen.

 

Zwei Wochen vor Abreise noch schnell ein Zimmer im Oberlucknerhof in Taufers gebucht. Die Hausherrin Helene war schon am Telefon sehr freundlich, wie sich herausstellte war das das letzte Wochenende der Wandersaison, da bald Neuschnee erwartet wurde.

 

Diesem Hinweis schenkte ich wenig Beachtung, ein Fehler wie sich noch zeigen sollte. Der Wetterbericht war vor der Abfahrt nicht unbedingt optimistisch, aber das schreckte mich nicht weiter.

 

Mit dabei war die Canon EOS 600D mit dem Tamron Objektiv und zum ersten Mal die gerade eingetroffene Sony RX 100.

 

 

Freitagmorgen ging es also los. Abfahrt in Burghausen nicht ohne den obligatorischen Kaffee von der Tankstelle. Seit meine Schwester dort gearbeitet hat, kenne ich einen Großteil des Personals und es ist schon fast Tradition, dass ich mir dort mein Frühstück hole, bevor ich irgendwo hin fahre.

Reinbachfälle im Ahrntal in Südtirol Italien
Reinbachfälle

 

Die Hinfahrt lief ohne besondere Vorkommnisse und gegen Mittag hatten wir das Ahrntal erreicht. Das Wetter wurde langsam schlechter, Wolken zogen auf und es sah verdächtig nach Regen aus.

 

Nach Ankunft und freundlicher Begrüßung durch Helene, sowie einer kleinen Stärkung, ging es los zu den Reinbachfällen. Die sind wirklich sehr beeindruckend und lassen sich von der Unterkunft aus in einer kleinen Wanderung gut erreichen. Folgt man dem Weg die Wasserfälle hoch. erreicht man nach etwa einer Stunde (Fotografieren mit eingerechnet), einen Höhenweg, der oberhalb des Tals zur Burg von Taufers führt. Diesem schönen Weg bin ich dann auch gefolgt, um den Rückweg anzutreten.

 

Als die Burg langsam in Sichtweite kam, konnte ich ein paar Gleitschirmflieger beobachten, die vor den immer tiefer liegenden Wolken, Richtung Tal flohen. Die Angst davor, dass ich und besonders die Kamera nass werden würden, führte dazu, dass ich recht schnell abstieg und die Aussicht auf die Burg gar nicht so würdigen konnte, wie sie es eigentlich verdient gehabt hätte.

 

Der Weg von der Burg zurück zur Pension führte dann parallel zur Straße durch die Felder. Es war inzwischen schon spät geworden und ich war schon erschöpft, so dass mir diese Strecke sehr lang vorkam. Letztendlich habe ich es trocken zurück geschafft und wurde mit einer heißen Dusche belohnt.

 

 

Zum Abendessen kann ich die Pizzeria Schöffelmair empfehlen, die liegt zwei Straßen weiter und punktet mit gemütlicher Atmosphäre, leckerem Essen und einem günstigen Preis.

Burg Taufers im Ahrtal Südtirol Italien
Burg Taufers
Gleitschirmflieger im Ahrtal Südtirol
Gleitschirmflieger

Heilig Geist Kapelle Ahrtal Südtirol
Heilig Geist Kapelle

Der nächste Morgen war weniger erfreulich, denn ein Blick aus dem Fenster zeigte, dass die Berge komplett mit sehr tief hängenden Wolken bedeckt waren und der Regen in langen Fäden auf den Boden fiel.

 

Dieser erste Dämpfer wurde allerdings schnell von Helene beseitigt, die mit Ihrer fröhlichen Art und einem hervorragenden Frühstücksbuffet meine Laune schnell verbesserte. Sie hatte auch gleich ein paar gute Tipps zur Hand, was ich heute machen könnte. So entschloss ich mich nach Kasern ans Talende zu fahren. Dort gibt es einen Hüttenweg, der von einer Hütte zur nächsten führt, je nach Lust und Kondition kann man so die Länge der Tour individuell bestimmen.

 

 

In Kasern angekommen, musste ich feststellen, dass der Wunsch auf besseres Wetter nicht in Erfüllung gegangen war. So blieb die 600D im trockenen Auto. Die RX 100 konnte sich also im Einsatz beweisen. Die konnte ich in die Jackentasche stecken und das erschien mir trocken genug. Nach kurzer Zeit tauchte rechts von mir die Heilig Geist Kapelle auf und der Regen wurde etwas weniger. Die Laune und die Motivation stiegen sofort.

Ponys an der Kehreralm Ahrntal Südtirol
Ponys an der Kehreralm

 

So erreichte ich auch schnell die Adleralm. Hier endete für die meisten anderen Wanderer an diesem Tag die Tour. Doch da die Wolken so tief hingen, dachte ich mir möglicherweise komme ich bei einem weiteren Aufstieg hoch genug, um über den Wolken zu landen. Der Gedanke an die genialen Fotos, die dann möglich wären, motivierte mich zur Kehrer Hütte weiter zu gehen.

 

Die Hoffnung stellte sich jedoch als trügerisch heraus, denn bei der Hütte begrüßten mich drei Ponys, Wolken und noch mehr Regen. Inzwischen waren Rucksack und Hose durchnässt und auch die Jacke konnte dem Wasser nicht mehr richtig Stand halten. Umkehren wollte ich aber auch nich,t immerhin war ich schon fast zweieinhalb Stunden unterwegs, das musste doch noch belohnt werden. Also habe ich in der Hütte einen Tee getrunken, um eine Mülltüte für die Kamera gebeten, meinen durchweichten Hut aufgesetzt und den steilen Aufstieg zur nächsten Hütte angetreten.

 

Die war komplett in den Wolken und der Regen begann schon langsam in Schnee überzugehen. Da stand ich also auf fast 2000 Meter Höhe, nass bis auf die Haut und frierend und beschloss, dass es höchste Zeit war, umzukehren. Hier wurde es zu ungemütlich und Unterkühlung ist in so einer Situation eine Gefahr, die man gar nicht ernst genug nehmen kann.

 

Also trat ich grimmig und etwas frustriert den anstrengenden Rückweg an. Wieder zurück in der Pension, bat mir Helene an, meine total durchnässten Klamotten in Ihrem Heizungsraum zu trocknen. Dankend nahm ich das Angebot an.

 

 

Ich war ziemlich platt von dem anstrengenden Tag und ging zum Abendessen in das benachbarte Hotel. Das Essen war auch sehr gut, das Lokal deutlich nobler und die Preise dementsprechend auch etwas höher als am Abend davor. Von der Qualität war der Unterschied meiner Meinung nach aber nicht besonders groß, weswegen ich eher das erste Restaurant empfehlen würde. Ist aber natürlich Geschmackssache.

 

Hier geht´s zum zweiten Teil: Ahrntal Teil 2