Kaffeeführung in Rosenheim

In der Kunstmühle Rosenheim

Nachdem ich tags zuvor in Ruhpolding unterwegs war, ging es heute nach Rosenheim. Ich hatte über das Internet eine Führung durch die  Kaffeerösterei in der Kunstmühle gebucht, zumindest habe ich das angenommen.

Davor wollte ich noch in dem Cafe der Rösterei zu Mittag essen.

 

Da ich gestern doch etwas gefroren hatte, war der Gedanke an heißen Kaffe und sich heute mal im Warmen aufzuhalten, sehr verführerisch. Der Weg zum Auto machte das noch mal deutlich, es hatte immer noch zweistellige Minusgrade.

Nachdem ich das Auto von Eis und Schnee befreit hatte, ging es noch zur Tankstelle, Zeit für Kaffee und Frühstück. Irgendwie habe ich ein Faibel dafür, im Auto zu frühstücken, fühlt sich so nach Urlaub an.

 

Die Strecke nach Rosenheim zieht sich zwar etwas, aber um halb 12 war ich, überpünktlich, angekommen. Die Kunstmühle ist eigentlich leicht zu finden, nur der verkehrsberuhigte Bereich davor machte mich etwas skeptisch. Der sieht zwar nach Sackgasse aus, führt aber zum Gebäude.

 

Aufpassen muss man beim Parkplatz, die Stellplätze vor dem Gebäude sind alle für die IT- Firmen und Kanzleien, die den ersten bis sechsten Stock einnehmen, reserviert. Der Besucherparkplatz liegt links vom Gebäude. Ich habe ihn erst auf den zweiten Versuch gefunden.

Im Cafe Dinzler

Foto des Essens im Kaffee Dinzle, von Matthias Schreyer
Essen im Cafe Dinzler

Der erste Überraschungsmoment kam beim Betreten des Cafes, von außen sieht es unscheinbar aus, aber wenn man durch die Tür tritt, merkt man, es ist riesig. In meinem Fall auch noch unglaublich voll. Zum Glück hab ich reserviert.

 

Das freundliche Personal brachte mich sofort zu meinem Tisch und erklärte mir die Karte. Zur Auswahl stand eine übersichtliche Anzahl an gehobenen modernen Gerichten. So direkt angesprochen hat mich auf den ersten Blick nichts. So richtigen Hunger hatte ich aber auch noch nicht, das Frühstück war etwas zu üppig ausgefallen.

 

Gegessen habe ich dann einen Salat, sowie Bandnudeln mit Sahnesoße und Trüffel. Die Größe war für einen guten Esser wie mich eher überschaubar. Hätte ich Hunger gehabt, wäre ich wohl nicht satt geworden. Geschmacklich war es aber sehr gut. Auch die selbstgemachte Limonade ist lecker. So saftig und knackig wie der Salat, fällt aber auch der Preis aus, ein Schnäppchen ist es definitiv nicht.

Die Kunstmühle

Die Kunstmühle in Rosenheim, fotografiert von Matthias Schreyer
Kunstmühle in Rosenheim

Nach dem Essen habe ich die Kellnerin gefragt, wo die Kaffeeführung beginnt, die Antwort war ein verdutzter Blick und die Info, dass es keine Kaffeeführung gibt. Oh. Es gibt lediglich eine Stadtführung, die sich mit der Geschichte der Kunstmühle als Gebäude beschäftigt. Die hat den Namen “Kaffeeführung”, weil man im Anschluss einen kostenlosen Kaffee bekommt. Aha.

 

Okay dann eben etwas Kultur und Geschichte. Die Führung wurde von einer sehr netten Dame der Stadt Rosenheim geleitet. Die schaffte es auch gleich die Teilnehmer zu einem Rundgang um das Historische Gebäude zu bewegen. Bei den kalten Temperaturen war dazu schon Überzeugungsarbeit nötig.

 

Die Kunstmühle war eine der ersten elektrischen Getreidemühlen in ganz Deutschland und wurde zu Beginn der Industrialisierung gebaut und in zwei Stufen erweitert. Bis in die 70er Jahre war sie in Betrieb, bis es mit ihr bergab ging.

 

Nachdem anfangs noch Futtermittel produziert wurden, war in den späten Achtzigern endgültig Schluss und die Kunstmühle wurde dem Verfall preisgegeben. Erst aufwendige Renovierungsarbeiten ab dem Jahr 2003 retteten das heutige Industriedenkmal.

 

Nachdem wir frierend um das Gebäude gegangen waren und uns über die Geschichte informiert hatten, konnten wir es schließlich von Innen besichtigen. Die ersten sechs Stockwerke sind nicht besonders spektakulär, da es sich ausschließlich um Büroräume handelt.

Über den Dächern von Rosenheim

Der Blick von der Kunstmühle in Rosenheim über die Alpen
Blick auf die Alpen

Interessant wird es, wenn man im obersten Stockwerk angekommen ist, denn im Rahmen der Führung kann man den Turm, der sich auf der alten Kunstmühle befindet, besichtigen. Der Ausblick durch die schmalen Fenster über die Stadt und die Alpen ist wirklich beeindruckend.

 

Das Wetter war zwar trüb und bewölkt, aber man kann erahnen, wie gigantisch der Blick bei schönem Wetter sein muss. Highlight ist definitiv der Rundgang an der Spitze des Turms. Durch das frostige Wetter war das spannend, da der Boden mit einer dicken Eisschicht bedeckt war. Für jemanden wie mich, der beim Glühbirne wechseln schon mit der Höhenangst kämpft, ist der Schritt auf die schmale Brüstung schon eine Herausforderung.

 

Alles in allem war es ein schöner Tag, wenn auch anders als erwartet. Eine Führung durch eine Kaffeerösterei würde ich aber trotzdem gerne machen. Wenn jemand also einen Tipp hat, wo sowas möglich ist, könnt ihr mir gerne per Mail, Facebook oder Whats App schreiben.

Blick auf Rosenheim von der Kunstmühle aus.
Blick über Rosenheim