Laptop für Fotografen

Welchen Laptop brauche ich als Fotograf?

Es ist der Ostersonntag, irgendwann im Laufe des Vormittags. Ich nutze die freie Zeit der Feiertage, um interessante Selbstportraits zu machen. Das hatte ich mir schon lange vorgenommen, aber für die Bilder brauche ich ein recht aufwendiges Lichtset und am besten jemand, der mit der Kamera genau das machen kann, was ich möchte.

 

Der Plan war mit Hilfe der Lightroom Tethering-Funktion direkt in meinen Laptop zu fotografieren. Der Vorteil ist hier, dass die Bilder gleich auf einem größeren Bildschirm zu sehen sind. Nachteil an der ganzen Sache war mein Laptop. Ein in die Jahre gekommenes Lenovo Thinkpad. Eingegebene Befehle werden nur noch bedingt und sehr gemächlich ausgeführt, manchmal auch gar nicht.

 

Irgendwie ist ja jeder Rechner zu langsam für Lightroom, aber mein Oldtimer kam gar nicht mehr zurecht. Die Fotos haben wir also normal gemacht und ich habe mich später geärgert, weil so viele Aufnahmen kleine Fehler haben, die auf einem größeren Bildschirm sicher aufgefallen wären.

 

Damit war eigentlich klar, der alte Rechner musste in Rente, ein Neuer sollte her. Da fangen die Probleme aber eigentlich erst an. Den richtigen Laptop für Fotografen zu finden, ist wie sich herraus stellte, gar nicht so einfach.

 

Ich bin kein Hardwareprofi, bin aber auch nicht völlig ahnungslos. Die Recherche war jedoch sehr schwierig, da ich kaum Quellen gefunden hab. Nach zwei Wochen Internetrecherche und nachdem ich jedem Elektrogeschäft im Umkreis einen Besuch abgestattet habe, bin ich auf diese Anforderungen gekommen.

Prozessor:

das ist wohl das schwierigste Thema. Ich habe mich für Intel Prozessoren entschieden, weil sie leistungsfähiger sein sollen und ich das Klassifizierungssystem relativ einfach finde. Ich wollte mindestens einen i5 oder i7 Prozessor der neuesten Generation mit 4 Kernen haben. Das sollte eine solide Leistungsbasis bieten und mir einige Jahre gute Dienste leisten.

Arbeitsspeicher:

Meinen Hauptrechner habe ich vor einem halben Jahr von 8Gb auf 16Gb RAM erweitert, das Ergebnis ist ehrlich gesagt nicht spürbar. Deswegen reichen meiner Meinung nach 8Gb vollkommen aus.

Grafikkarte:

Hier wird es interessant, eine gute dedizierte Grafikkarte bringt für viele Anwendungen einen Leistungsschub und deswegen setze ich auf eine Grafikkarte mit min. 2Gb Rechenleistung.

Festplatte:

Ich muss keine großen Datenmengen auf dem Laptop speichern, dafür ist mein Hauptrechner mit externen Festplatten zuständig. Deswegen setzte ich hier auf eine relativ kleine SSD. Das bringt wieder etwas Geschwindigkeit und ist preislich auch nicht schlimm, wenn eine kleine Platte ausreicht.

Display:

Ich habe mich für ein IPS Panel mit HD Auflösung entschieden, mir ist klar, dass es hier Unterschiede zu meinem EIZO Display gibt, aber für den mobilen Einsatz ist das ausreichend.

Größe:

Da ich mit dem Laptop auch schreiben will,  wollte ich ein Model im Breitbildformat, um einen eigenen Nummernblock zu haben. Ein weiterer Vorteil ist das daraus resultierende 16:9 Format. Das eignet sich finde ich gut für Lightroom und Photoshop, da man links und rechts vom Bild Platz für die Bedienelemente hat. Außerdem kann man im Urlaub gut Filme damit anschauen.

 

Ich habe einige 13” und 14” Modelle angeschaut, die passen toll ins Gepäck, sind handlich und leicht, aber zum Arbeiten für mich etwas zu klein. Ich bin ja meine 22” Monitor gewöhnt. Da ich 17” schlecht mitnehmen kann, habe ich mich für ein Modell mit 15” entschieden. Ein guter Kompromiss aus Bedienbarkeit und Mobilität.

Was ist mir sonst noch wichtig:

Mein Hauptaugenmerk lag auf genügend Rechenpower und einem hochwertigem Display, aber es gibt ein paar Kleinigkeiten, die ich auch noch haben wollte. Eine beleuchtete Tastatur zum Beispiel, klingt nach unnötigem Luxus, aber wenn man mal eine hatte, will man nicht mehr ohne sein. Wichtig war außerdem ein HDMI Anschluss, um auch mal mit einem größeren Display arbeiten zu können und USB 3.0 Anschlüsse. Das ist inzwischen Standard und hat so gut wie jedes Modell.

Der Preis:

Das ist wohl der springende Punkt. Alle Wünsche sind gut und schön, aber es muss auch bezahlbar bleiben. Eines gleich vorweg, es wird nicht günstig. Wenn ich sie nicht bezahlen müsste, würde ich entweder einen Dell XPS 15* mit i7 Prozessor kaufen oder ein Microsoft Surface Book*, ebenfalls mit i7. Beide Geräte sind sicher optimal für meinen Einsatz geeignet, aber der hohe Preis von 2000 bis 2500 Euro übersteigt mein Budget. Dafür kaufe ich lieber eine neue Kamera oder ein Objektiv oder beides…

Ich denke jedoch, unter 800 bis 900 Euro wird man nichts bekommen, das einen längerfristig glücklich macht. Ich habe mir also für etwa 900 € einen HP 15-bc000ng* gekauft. Bis jetzt bin ich sehr zufrieden damit, mal sehen, wie er sich die nächsten Monate schlägt. Herausforderungen warten genug, es sind schließlich einige Reisen und Shootings geplant.